Schlesisches Museum zu Görlitz feiert sein Doppeljubiläum

Am 30. Mai 2026 begeht das Schlesische Museum mit einem Festakt und einer Ausstellungseröffnung sein diesjähriges Doppeljubiläum

Das Museumsgebäude, der Schönhof im Herzen der Görlitzer Altstadt, wird 500 Jahre alt. Vor 20 Jahren wurde die Dauerausstellung eröffnet.

Am Sonnabend, dem 30. Mai 2026, begeht das Schlesische Museum mit einem Festakt und einer Ausstellungseröffnung sein diesjähriges Doppeljubiläum. Das Museumsgebäude, der Schönhof im Herzen der Görlitzer Altstadt, wird 500 Jahre alt. Nach einem Stadtbrand wurde es 1526 im Stil der Renaissance wiedererrichtet und erlebte über die Jahrhunderte hinweg Blütezeiten, Umbrüche und Phasen des Niedergangs, bis es vor 20 Jahren als Museum zur Geschichte und Kultur Schlesiens wiedereröffnet wurde.

Das Jahr des Wiederaufbaus, 1526, ist an der Fassade des Schönhofes verewigt. Foto: Jerzy Pajor, SMG

Mit einem Festakt in der Görlitzer Synagoge wird am Sonnabendnachmittag die Entstehung eines Schlesischen Museums in Görlitz gewürdigt und seine Entwicklung beleuchtet. 1991 war die Entscheidung getroffen worden, in der Neißestadt das Museum anzusiedeln und den ruinösen Schönhof dafür zur Verfügung zu stellen. Nach langjähriger Sanierung und Restaurierung ist er heute ein modernes Museumsgebäude für die zentrale Einrichtung in Deutschland, die sich der Bewahrung schlesischen Kulturgutes und der Vermittlung schlesischer Geschichte und Kultur widmet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und der Museumslandschaft in Deutschland und Polen werden zur Festveranstaltung erwartet. Als Ehrengäste und Redner werden erwartet: Jarosław Rabczenko, Vizemarschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Aline Fiedler, Abteilungsleiterin Kunst im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu, Margarethe Ziegler-Raschdorf als Vertreterin der Landsmannschaft Schlesien – Nieder und Oberschlesien e. V. sowie der Direktor des Nationalmuseums Breslau, Prof. Dr. hab. Piotr Oszczanowski. Mit einer Videobotschaft wird sich  Dr. Bernd Fabritius, der Beauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten im Bundesministerium des Innern, zuschalten.  

Museumseröffnung am 13. Mai 2006. Direktor Dr. Markus Bauer erhält den Goldenen Schlüssel zum Schönhof von Oberbürgermeister Joachim Paulick.
Foto: Jürgen Matschie

Am selben Tag eröffnet das Museum auch seine neue Sonderausstellung, die aus Anlass der beiden Jubiläen entstanden ist. Unter dem Titel „Wir sind SCHÖNHOF!“ erzählt sie von der Geschichte dieses architektonischen Juwels, seinen Besonderheiten und der Wiederbelebung des Baudenkmals als Museum. Die Besucher*innen erfahren von der Meisterschaft der Handwerker mehrerer Jahrhunderte sowie von der wechselnden Gestalt und Nutzung des Gebäudes. Am Ringen um den Erhalt des Schönhofs seit Beginn des 20. Jahrhunderts lässt sich zugleich die Entwicklung des Denkmalschutzes in Görlitz nachvollziehen. Zahlreiche Zeitzeug*innen und Expert*innen kommen in Interviews zu Wort. Ein eigens hergestellter Animationsfilm führt Kinder und Erwachsene durch die wechselvolle Geschichte des Schönhofs.

Blick in die neue Sonderausstellung. Foto: SMG

Text: Dr. Martina Pietsch