Nach der gelungenen Rückrunde herrscht in den Fangemeinden von Górnik und dem Kattowitzer GKS große Freude
Bericht zum Ende der Fußball-Ekstraklasa-Saison 2025/2026.
Den Anhängern des Vereins aus oberschlesischem Hindenburg (Zabrze) brachte die Saison in mehrfacher Hinsicht die Erfüllung ihrer lang ersehnten Träume. Anfang Mai freuten sie sich über den ersten Triumpf im polnischen Landespokal seit 54 Jahren. Und drei Wochen später jubelten sie im ausverkauften Ernest-Pohl-Stadion nach dem letzten Sieg der Saison, der den Weiß-Blau-Roten den Titel des Vizemeisters sicherte. Der zweite Tabellenplatz berechtigt den Hindenburger Verein zur Teilnahme an der Qualifikationsphase der UEFA-Champions League. Der polnische Meister bleibt Lech Poznań (Posen).

In den medialen Berichten wird betont, dass die beiden wichtigen Erfolge nach so vielen mageren Jahren durchaus verdient seien. Fakt ist, dass Górnik von dem ersten Spieltag an im oberen Teil der Tabelle beheimatet war und über die gesamte Saison eine stabile Leistung gebracht hat. Unter der Führung des slowakischen Trainers Michal Gašparik spielt die Mannschaft offensiver und mutiger als in den vergangenen Jahren. Außerdem zeigte Górnik vor allem zu Hause enorme Stärke. Der Spruch, dass das Publikum in Hindenburg der zwölfte Mann sei, scheint daher nicht sehr übertrieben zu sein. Erwähnt werden muss in diesem Kontext auch Lukas Podolski – seit 2021 Teil der Mannschaft. Seine Führungsqualitäten sowie die emotionale Bindung zum Klub stellte für die jüngeren Kollegen zweifelsohne einen zusätzlichen Motivationsfaktor dar

Im Zusammenhang mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler seien noch zwei wichtige Fakten zu nennen. Seit einigen Tagen ist Lukas Podolski schon offiziell Eigentümer des Sportvereins Górnik, was auf eine weitere positive Entwicklung hoffen lässt. Überdies war die letzte Saisonpartie zugleich das letzte offizielle Spiel in der Karriere des Weltmeisters von 2014. Nun wird er sich ausschließlich auf die Führung des Vereins konzentrieren.
Einen verrückten Frühling erlebten die Spieler und die Fans von GKS Katowice. Zu Beginn der Rückrunde befand sich die Mannschaft in der abstiegsgefährdeten Zone, doch am Ende der Saison freute man sich in Kattowitz über den fünften Platz, der eine Teilnahme an der Qualifikation zur UEFA-Conference League gewährleistet. Somit wird die Mannschaft nur zwei Jahre nach der Rückkehr in die Ekstraklasa an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen. Die Kattowitzer gelten als Mannschaft mit starker Mentalität. Der GKS gewann mehrere wichtige Spiele gegen stärkere Gegner, unter anderem sowohl gegen den späteren Vizemeister Górnik Zabrze als auch gegen den Meister Lech Posen (Poznań).

Freude, allerdings aus ganz anderen Gründen, gab es am Ende auch unter den Fans von Piast Gliwice (Gleiwitz). Der über längere Zeit abstiegsgefährdete Verein sicherte sich erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt. Das größte Problem der Gleiwitzer war in dieser Saison die fehlende Stabilität. Piast verlor nicht weniger als fünfzehn Partien – besonders viele gegen direkte Konkurrenten aus dem unteren Tabellenbereich.

In der abgelaufenen Saison war Oberschlesien mit drei und Niederschlesien mit einem Verein (Zagłębie Lubin/Lüben) in der Ekstraklasa vertreten. In der Saison 2026/2027 wird Niederschlesien eine Verstärkung erfahren, da Śląsk Wrocław (Breslau) nach einjähriger „Verbannung“ in die Ekstraklasa zurückkehrt.
Zur Tabelle der polnischen Ekstraklasa nach dem Ende der Saison 2026/2027.
Text: Dawid Smolorz
