Prof. Dr. Beata Halicka von der Universität Posen (Poznań) spricht in Görlitz über Nachkriegsjahre in Westpolen
Der Vortrag findet am 26 März 2026 im Schlesischen Museum im Begleitprogramm zur Ausstellung „Zeichen der Zeit“ statt.
Der Oderraum gehört zu den Regionen, die vom Zweiten Weltkrieg und den erzwungenen Migrationen besonders stark geprägt wurden. Östlich von Oder und Neiße mussten die meisten Deutschen ihre Heimat verlassen; an ihre Stelle trat eine polnische Bevölkerung, die ihrerseits zum großen Teil aus Geflüchteten und Vertriebenen bestand. Der Prozess der kulturellen Aneignung dieser Region verlief auf unterschiedlichen Wegen. Sinnlose Zerstörungen und die Tilgung des Vorgefundenen gingen häufig mit dem Wiederaufbau des im Krieg Zerstörten sowie mit einem mühsamen Neuanfang einher, bei dem zugleich versucht wurde, mitgebrachte Traditionen zu bewahren. Nach turbulenten Nachkriegsjahren, die oft als Zeit von „Polens Wildem Westen“ bezeichnet werden, stabilisierte sich die Situation allmählich. Doch es dauerte noch etwa drei Generationen, bis sich die neuen Bewohnerinnen und Bewohner der Oderregion wirklich zu Hause fühlen konnten.
Woher kamen diese Menschen? Warum nahm der Prozess der Beheimatung so viel Zeit in Anspruch? Diesen Fragen wird Prof. Dr. Beata Halicka in ihrem Vortrag „Zu Hause an der Oder und Neiße. Erinnerungen und Bilder von der neuen Heimat in Westpolen„ anhand von aufgezeichneten Memoiren und Fotografien aus der Nachkriegszeit nachgehen.

Beata Halicka ist Professorin für Geschichte Ostmitteleuropas der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen (Poznań). Sie forscht zu erzwungenen Migrationen und Nationalismus, deutsch-polnischen Beziehungen, Identitätskonstruktionen in Grenzgebieten, Erinnerungskultur und –politik sowie polnischer Diaspora in der Welt. Für das Buch „Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraumes 1945-1948“ erhielt sie den Identitas Preis 2016 für das beste historische Buch in Polen.
Der Vortrag findet am 26. März 2026 um 18 Uhr im Schlesischen Museum zu Görlitz statt und ist Teil des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung „Zeichen der Zeit. Deutsche Inschriften in Schlesien“.
Text: Redaktion SILESIA News
