Die Goldene Palme für die beste Regie erhielt Paweł Pawlikowski für seinen neuen Film „Vaterland”
Zu großen Teilen wurde der Film in Niederschlesien gedreht.
Großer Erfolg in Cannes: Der renommierte Regisseur und Oscar-Preisträger Paweł Pawlikowski wurde bei den 79. Filmfestspielen für sein neuestes Meisterwerk „Ojczyzna“ (niem.Vaterland) ausgezeichnet. Das Besondere für die Region Schlesien: Das historische Drama in Schwarzweiß-Bildern wurde zu großen Teilen in der Umgebung von Görlitz und an spektakulären Drehorten in Niederschlesien gedreht.

Nach seinen Welterfolgen Ida und Cold War schließt Pawlikowski mit diesem Drama seine inoffizielle Trilogie über die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts ab. Die Handlung des Films entführt uns in das Jahr 1949, mitten in die düstere Atmosphäre des beginnenden Kalten Krieges. Im Mittelpunkt steht eine tiefgründige, psychologische Reise: Der gealterte Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler) kehrt aus dem US-Exil zurück und reist gemeinsam mit seiner willensstarken Tochter Erika (Sandra Hüller) in einem luxuriösen Buick durch das vom Krieg zerstörte Deutschland. Diese Reise wird zu einer emotionalen und intellektuellen Konfrontation mit der eigenen Identität, der Schuld und der Zerrissenheit einer traumatisierten Nation. Pawlikowski verwebt hier meisterhaft ein intimes Familiendrama mit den großen politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts.

Hollywood-Glanz in der Region: Die Drehorte
Eine der Hauptrollen im Film spielte Niederschlesien – als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration sowie Kulisse für fantastische, oft überraschende Drehorte. Um das zerbombte Nachkriegsdeutschland authentisch auf die Leinwand zu bringen, fand das Produktionsteam die perfekten historischen Kulissen direkt vor unserer Haustür. Der Film wurde zu großen Teilen in der Umgebung von Görlitz sowie an geschichtsträchtigen Orten in Niederschlesien gedreht.
Zu den wichtigsten Drehorten in Niederschlesien gehören:
- Wrocław (Breslau): In den Hallen der traditionsreichen Spielfilmstudio (WFF) wurde unter anderem das Frankfurter Wohnhaus von Thomas Mann detailgetreu nachgebaut.
- Wałbrzych (Waldenburg): Die evangelische Erlöserkirche (kościół Zbawiciela), ein architektonisches Juwel von Carl Gotthard Langhans, diente als monumentale Kulisse für eine der Schlüsselszenen des Films – Manns längste Rede.
- Goszcz (Gottesberg): Die malerische evangelische Kirchenruine auf dem dortigen Schlossgelände wurde ebenfalls kunstvoll in die Szenen integriert.
- Weitere Aufnahmen entstanden in Legnica (Liegnitz), Zamek Kliczków (Schloss Klitschdorf), Unisław Śląski, Ludwikowice Kłodzkie, Pieńsk (Penzig).
Dank der visuellen Meisterschaft von Kameramann Łukasz Żal verwandeln sich die schlesischen Plenare auf spektakuläre Weise in das filmische Nachkriegseuropa.


Wann ist der Kinostart?
Die deutsche und polnische Kinogemeinde muss nicht mehr lange warten. Nach den Standing Ovations in Cannes feierte der Film bereits seine regionale Vorpremiere im Breslauer Kino DCF. Der offizielle, reguläre Kinostart für das breite Publikum ist in Polen für den 19. Juni 2026 angesetzt. Die Deutschlandpremiere erfolgt als Eröffnungsfilm des am 27. Juni 2026 beginnenden 43. Filmfests München. Ein offizieller Kinostart in Deutschland folgt am 3. September 2026.
Ein absoluter Pflichttermin für alle Kinofans!
Text: Anna Enders-Roszyk
Quelle: Wikipedia, www.wroclaw.pl
