Es handelt von Persönlichkeiten, Büchern, Orten und Bauten der Breslauer Geschichte, von Stadtgesellschaft und Politik
Der Autor wurde 1938 in Breslau geboren. Sein Buch ist Ende 2025 in Görlitz erschienen.
Ende 2025 ist im Görlitzer Verlag Gunter Oettel das Buch „Breslau – Geschichte und Gedächtnis“ von Norbert Conrads erschienen.
Die Geschichte Breslaus lässt sich auf verschiedene Weise erzählen, sei es chronologisch oder nach Themen, Schwerpunkten und Ereignissen, die sich tief in das Gedächtnis der Stadt und ihrer Bewohner eingeprägt haben. Norbert Conrads, der sich seit vielen Jahren einen Namen als Kenner der schlesischen und Breslauer Geschichte gemacht hat, wählt den zweiten Weg und referiert anschaulich und aufgrund neuer Quellen vom Leben und Handeln im alten Breslau, von Wissenschaft und Literatur, von konfessionellen Spannungen und Brückenschlägen, von Bürgertum, Stadtadel und Judentum. So gelingt ihm der Nachweis einer freundschaftlichen Beziehung zwischen dem evangelischen Herzog Georg Rudolf von Liegnitz und dem katholischen Domdekan von Breslau Nikolaus von Troilo, so unwahrscheinlich das auch mitten im Dreißigjährigen Krieg sein mochte. Ähnlich steht es um den katholischen Prälaten Michael Joseph Fibiger, der sich in die Tradition eines evangelischen Historikers stellte, um dessen Werk bis zu seiner Gegenwart fortzusetzen. Ein Beitrag gilt dem Rathaus von Breslau als Tagungsort der „Fürsten und Stände“, also des schlesischen Landtags. Er gewinnt ein letztes Mal an Bedeutung, als Friedrich der Große diesen Raum und sein Zeremoniell beansprucht, um sich hier 1741 von den Ständen huldigen zu lassen. Ein Jahrhundert später vermag Conrads die Geschichte der Revolution von 1848 in Breslau in ein neues Licht zu rücken, denn er konnte als erster die Aufzeichnungen der Ehefrau des Oberpräsidenten von Schlesien, Pinder, auswerten. Marie Pinder hatte die Ereignisse aus nächster Nähe erlebt und tagebuchartig über die Handelnden, ihre Absichten und ihr Scheitern berichtet. Und schließlich ist der Autor wie kein anderer befugt, um den jüdischen Historiker Willy Cohn aus Breslau vorzustellen, denn er hatte bereits vor Jahren die Lebenserinnerungen und die Tagebücher Cohns publiziert.
Zum Autor
Norbert Conrads, geboren 1938 in Breslau, studierte an den Universitäten Köln und Wien. Nach Lehrtätigkeiten an den Universitäten Saarbrücken, Tübingen und Gießen übernahm er von 1981 bis 2003 die Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart. Dort begründete er 1985 einen Forschungsschwerpunkt für schlesische Geschichte, der bis heute zum Profil dieses Lehrstuhls gehört und so an deutschen Universitäten einzig ist. Conrads hat über sein frühneuzeitliches Fachgebiet hinaus zahlreiche Arbeiten zur schlesischen Geschichte angeregt und publiziert. Diese und die engen wissenschaftlichen Beziehungen nach Breslau bewogen die polnische Universität Wrocław, ihm den Doktorgrad honoris causa zu verleihen.

Zum Buch
Norbert Conrads: „Breslau – Geschichte und Gedächtnis“
Reihe: Wissenschaftliche Schriften des Vereins für Geschichte Schlesien, Bd. 10, hrsg. von Christian Speer
Verlag Gunter Oettel, Görlitz 2025
Hardcover, 390 Seiten, Format: 24,4 x 17,5 x 0,7 cm
Erschienen am 1.11.2025
ISBN: 978-3-910669-16-1
Preis: 30,00 €
Text: Redaktion SILESIA News
