Ausstellung in Hirschberg widmet sich Friedrich Iwan

Friedrich Iwan (1889-1967) war Mitglied der Künstlerkolonie im Riesengebirge

Das Riesengebirgsmuseum plant Präsentationen zu weiteren Künstlern der Künstlerkolonie.

Im Februar 2026 wurde im Riesengebirgsmuseum (Muzeum Karkonoskie) in Hirschberg (Jelenia Góra) die Sonderausstellung „Friedrich Iwan. Im Kreis der Mitglieder der Künstlerkolonie im Riesengebirge“ eröffnet. Die Präsentation bildet den Auftakt einer neuen Ausstellungsreihe, die das Phänomen der Künstlerkolonie im Riesengebirge zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ihre wichtigsten Vertreter beleuchtet. Die Ausstellung zu Friedrich Iwan ist noch bis zum 31. August 2026 zu sehen.

Die Friedrich-Iwan-Ausstellung im Riesengebirgsmuseum (Muzeum Karkonowskie) in Hirschberg (Jelenia Gora) ist bis zum 31. August 2026 zu sehen.
Werk und Sammlung

Die Ausstellung präsentiert über 300 Werke Friedrich Iwans- Grafiken, Aquarelle, Ölgemälde sowie persönliche Erinnerungsstücke aus den Sammlungen des Riesengebirgsmuseums in Hirschberg, des Schlesischen Museums in Görlitz und aus privaten Kollektionen. Die Sammlung des Riesengebirgsmuseums umfasst heute 38 Arbeiten und 109 Kupferstichplatten des Künstlers. Ein Teil dieser Objekte gelangte bereits vor dem Zweiten Weltkrieg oder in den ersten Nachkriegsjahren in den Bestand, als das Museum als Sammelstelle für historische Gegenstände der Region diente. Erst 1971 wurden die Grafiken offiziell inventarisiert; seit 1985 wird die Sammlung durch gezielte Ankäufe kontinuierlich erweitert.

Die Friedrich-Iwan-Ausstellung im Riesengebirgsmuseum (Muzeum Karkonowskie) in Hirschberg (Jelenia Gora) ist bis zum 31. August 2026 zu sehen.
Biografischer Hintergrund

Friedrich Franz Hermann Iwan wurde 1889 in Landeshut geboren. Nach seiner Ausbildung an der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule in Breslau und später an der Akademie der Künste in Berlin entwickelte er eine eigene künstlerische Handschrift, die sich durch technische Präzision und eine besondere Sensibilität für die Landschaft des Riesengebirges auszeichnet. Während des Ersten Weltkriegs schuf er zahlreiche Miniaturzeichnungen in Briefen an seine Eltern, die heute einen wertvollen dokumentarischen und künstlerischen Einblick bieten.

Nach dem Ersten Krieg ließ sich Iwan mit seiner Frau Hedwig zunächst in Krummhübel, später in Hirschberg nieder. Er war aktives Mitglied der 1922 gegründeten Kunstvereinigung St. Lukas in Oberschreiberhau, deren Mitglieder sich von der akademischen Malerei abwandten und eine unmittelbare, naturverbundene Bildauffassung entwickelten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Iwan erneut eingezogen. 1946 wurde er vertrieben und ließ sich schließlich in Wangen nieder, wo er bis zu seinem Tod 1967 lebte.

Die Friedrich-Iwan-Ausstellung im Riesengebirgsmuseum (Muzeum Karkonowskie) in Hirschberg (Jelenia Gora) ist bis zum 31. August 2026 zu sehen.
Eröffnung und Begleitprogramm

Zur Vernissage am 13. Februar 2026 fand ein Gespräch mit Peter Iwan, dem Enkel des Künstlers, statt. Er gab anhand persönlicher Familienerinnerungen Einblicke in das Leben seines Großvaters und ergänzte damit die Ausstellung um eine wertvolle persönliche Perspektive. Die Präsentation wird von einem umfangreichen Vermittlungs- und Bildungsprogramm für Besucherinnen und Besucher aus Polen und Deutschland begleitet.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Schlesischen Museum in Görlitz realisiert und durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gefördert. Die Schirmherrschaft übernahm Martin Kremer, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Breslau.

Die Friedrich-Iwan-Ausstellung im Riesengebirgsmuseum (Muzeum Karkonowskie) in Hirschberg (Jelenia Gora) ist bis zum 31. August 2026 zu sehen.

Text und Bilder: Iza Liwacz