Neue Publikation über das Wirken der Erika-Simon-Stiftung
Seit über 30 Jahren engagiert sich die Stiftung für die Bewahrung des deutsch-polnischen Kulturerbes in Schlesien.
Aus dem persönlichen Engagement des Stiftungsgründers Gerhard Simon und der leidenschaftlichen Arbeit seiner zweiten Frau, Waltraud Simon, erwuchs eine Stiftung, die sich seit mehr als drei Jahrzehnten der Bewahrung des deutsch-polnischen Kulturerbes und der Begegnung zwischen Deutschen und Polen widmet. Gerhard Simon (geb. 1914 in Görbersdorf/Sokołowsko) gründete die Erika-Simon-Stiftung 1993 mit dem Anliegen, die gemeinsame schlesische Geschichte zu bewahren und damit einen Beitrag zur deutsch-polnischen Aussöhnung und zu einer friedvollen Zukunft in Europa zu leisten. Seit seinem Tod im Jahr 2008 führt Waltraud Simon (geb. 1937 in Jauer/Jawor) als Vorsitzende die Arbeit der Stiftung fort, seit einigen Jahren zusammen mit dem Historiker Dr. Markus Bauer (bis 2021 Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz).


Zum 30-jährigen Bestehen der Stiftung entstand die Idee, ihre wichtigsten Förderprojekte in einer eigenen Publikation ansprechend zu versammeln. Unter dem Titel „Brücken der Zeit in Schlesien. Erika-Simon-Stiftung 1993–2026“ liegt diese nun zweisprachig vor. Sie zeichnet die Entwicklung der Stiftung nach und bildet anhand ausgewählter Projekte die ganze Bandbreite ihres Engagements ab – von der Bewahrung bedeutender Baudenkmäler und Kulturgüter bis zur Förderung von Publikationen, kulturellen Veranstaltungen und deutsch-polnischen Begegnungen.
Die Konzeption, Organisation und redaktionelle Umsetzung der Publikation verantwortete federführend der Journalist Marc Oliver Rühle, der zahlreiche Orte aufsuchte, an denen die Stiftung wirkte (u.a. Hirschberg/Jelenia Góra, Liegnitz/Legnica, Grüssau/Krzeszów, Oppeln/Opole und Jauer/Jawor) und dort Menschen traf, mit denen die Stiftung verbunden ist. Es war dabei sein Anliegen, möglichst viele Wegbegleiter, Projektpartner, Beobachter und Freunde der Stiftung vielstimmig selbst zu Wort kommen zu lassen. Gemeinsam mit jenen dazu eingeladenen Autorinnen und Autoren entstand ein facettenreicher Blick auf die Aktivitäten und Einflussnahmen der Stiftung, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen und die zahlreichen Unternehmungen, die sie im Laufe ihrer Historie unterstützt hat.

Die Publikation versteht sich dabei nicht allein als Rückblick, sondern will auch Impulse aussenden. Sie würdigt das Engagement von Gerhard und Waltraud Simon ebenso wie die Arbeit der vielen Menschen und Institutionen, die zum Wirkungserfolg der Stiftung beigetragen haben. Zugleich macht sie deutlich, wie aktuell das Anliegen der Stiftung geblieben ist: das gemeinsame deutsch-polnische Kulturerbe mit zuletzt rund 100.000 Euro jährlich an ausgereichten Förderungen lebendig zu halten und durch immer neue Begegnungen weitere elementare Brücken zu bauen.
Mit der neuen Publikation (erschienen im Görlitzer Senfkornverlag) liegt damit eine umfassende Dokumentation der Arbeit der Erika-Simon-Stiftung vor – ein Panorama engagierter Stiftungsarbeit und zugleich eine Einladung an jüngere Generationen, ihre Projekte, ihre Geschichte und ihre Ziele näher kennenzulernen.

Mark Oliver Rühle: „Brücken der Zeit in Schlesien. Erika-Simon-Stiftung 1993–2026“, 200 Seiten, Hardcover (Leineneinband), farbig bebildert, Deutsch und Polnisch, ISBN 978-3-00-081957-5, Preis: 25 Euro, zzgl. Versand.
Mit einem Grußwort des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und der Bürgermeister von Zgorzelec und Jauer, sowie Beiträgen u.a. von Hartmut Koschyk, Dr. Markus Bauer und Dr. Arno Herzig, sowie Interviews mit u. a. Pastor Tomasz Stawiak (Friedenskirche Jauer), Leszek Jodliński (Muzeum in Gleiwitz/Gliwice), Marie Therese von Werner (Hl. Hedwig-Stiftung am Schloss Muhrau/Morawa) und Dr. Marcin Miodek (Universität Breslau/Wrocław) und mit vielen Beiträgen von geförderten Einrichtungen wie dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz/Gliwice, dem Museum des Oppelner Schlesien oder dem Schlesischen Museum zu Görlitz.
Erhältlich bei: Schlesische Schatztruhe, Brüderstr. 13, 02826 Görlitz, Tel. 03581/402021, info@senfkornverlag.de

Text: Marc Oliver Rühle, Fotos: Julius Heinemann
