Auf dem Programm stehen unter anderem Konzerte, Sportveranstaltungen, Eröffnung eines neuen Museums und die Pflanzung von 600 Eichen
Die ersten größeren Veranstaltungen sind für Mai geplant.
Die Premiere eines Waldenburger Krimis wird eines der interessantesten Ereignisse im Zusammenhang mit dem 600-jährigen Jubiläum der Stadt sein. Das Buch wird gerade von Marek Krajewski geschrieben, der sich derzeit in Wałbrzych aufhält. Krajewski ist Autor einer Krimireihe über Eberhard Mock, einen fiktiven Kriminalpolizisten aus dem Vorkriegs-Breslau.
Es ist bekannt, dass Mock in Waldenburg geboren wurde und auch in Krajewskis neuem Roman auftreten wird, allerdings in einer Nebenrolle, ähnlich wie Prinzessin Daisy. Die Hauptfigur in diesem neuen Krimi ist der Psychiater Herbert Anwald. Diese Figur tauchte bereits in Krajewskis Roman „Tod in Breslau” auf, nun wird sie im Vordergrund stehen. Die Handlung beginnt im Jahr 1926 in Waldenburg. Das Buch soll im Mai erscheinen.

Viel Sport, Musik und Blumen
Für Mai sind mehrere größere Veranstaltungen geplant, darunter das Maifest in Verbindung mit dem Blumenfestival, ein Fahrradmarathon und die Nacht der Museen in einer neuen Auflage. Während der Sommerferien sollen an verschiedenen Orten der Stadt 600 Eichen gepflanzt werden (die Eiche ist im Stadtwappen zu sehen).
Auf dem Programm steht auch ein „Wochenende mit Musik”. Damit beginnen auch die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Józef Wiłkomirski, Komponist und Dirigent, der 1978 die Waldenburger Sudeten-Philharmonie (Filharmonia Sudecka) gründete. Bis 2005 war er deren Generaldirektor und künstlerischer Leiter. In Zusammenarbeit mit der Sudeten-Philharmonie finden Open-Air-Konzerte mit klassischer Musik statt. Auch das Festival Literaturberge (Góry Literatury) von Olga Tokarczuk soll im Zeichen des 600-jährigen Jubiläums der Stadt stehen.

Eichen werden gepflanzt, eine Sortieranlage und ein Museum werden eröffnet
Für das Wochenende 11.-13. September sind die Waldenburg-Tage in einer Sonderausgabe geplant. Im selben Monat soll eine neue Touristenroute in der ehemaligen Sortieranlage der Alten Grube eröffnet werden. Im Oktober organisiert die Bibliothek „Pod Atlantami” ein gemeinsames Treffen von Autoren von Romanen, die mit der Stadt in Verbindung stehen.
Das wichtigste Ereignis des Jahres findet im November statt. Das Museums der Waldenburger „Tygiel”(Schmelztiegel) auf dem Gelände der Alten Grube wird eröffnet.
Für Dezember ist die Feier zum hundertjährigen Jubiläum des Alberti-Palastes, dem Sitz des Porzellan-Museums, geplant. Ein weiteres wichtiges Ereignis in diesem Monat ist natürlich das Barbarafest (Barbórka), das traditionelle Fest der Bergleute. Der Bergbau in Waldenburg wurde zwar schon vor langer Zeit eingestellt, aber die Bergbautraditionen sind hier nach wie vor lebendig.
Das Programm der Feierlichkeiten zum 600-jährigen Jubiläum ist noch viel umfangreicher. Angekündigt sind unter anderem Ausstellungen wie eine Freiluftausstellung mit Archivfotos von Waldenburg sowie Publikationen.

Warum gerade sechs Jahrhunderte?
Dieses runde Jubiläum muss symbolisch betrachtet werden. Die Stadt Waldenburg ist sicherlich viel älter als 600 Jahre. Tatsache ist jedoch, dass ihre erste dokumentierte Erwähnung aus dem Jahr 1426 stammt.
Daher kam die Idee, im Jahr 2026 das 600-jährige Stadtjubiläum zu feiern. In einem Sonderbeschluss hat sich der Waldenburger Stadtrat dazu geäußert und erklärt, dass dies „die jahrhundertealte Tradition würdigen, allen Generationen von Waldenburgern die gebührende Ehre erweisen und die Kontinuität und Stärke der lokalen Gemeinschaft unterstreichen werde. Dies fügt sich auch in eine umfassendere Strategie zum Aufbau eines positiven Images der Stadt ein, indem es die Einwohner um ihre gemeinsame Geschichte herum integriert und die Popularisierung des Erbes von Waldenburg im In- und Ausland fördert”.
Text und Fotos: Sławomir Szymański
