Forschung und Natur: Seit fast 30 Jahren arbeiten das Arboretum und die Genbank in Kostrzyca (Quirl) für die Erhaltung von Biodiversität
Der stille, malerische Ort ist öffentlich zugänglich.
Das Arboretum in Kostrzyca (Quirl) gehört zu den wenig bekannten Naturorten im Hirschberger Tal. Der stille und malerische Ort liegt am Fuße des Riesengebirges. Forschung trifft hier auf Natur. Und beides fügt sich zu einem besonderen Erlebnis zusammen. Auf 15 Hektar präsentiert sich eine außergewöhnliche Vielfalt an Pflanzenarten, die sowohl für Fachleute als auch für Besucher ein wertvolles Lern- und Erholungsumfeld schafft. Hier triff regionale Pflanzenwelt auf moderne Methoden der Erhaltung biologischer Vielfalt.


Das Arboretum wurde 1997 gegründet. Zunächst umfasste es nur die Flächen rund um die Gebäude der Forsteinrichtung, doch heute erstreckt es sich über 15 Hektar. Die Sammlungen zählen rund 5 000 Exemplare und vertreten mehr als 700 Arten und Sorten. Eine der zentralen Aufgaben des Arboretums ist der Erhalt seltener und gefährdeter Pflanzenarten, die außerhalb ihres natürlichen Vorkommens gesichert werden müssen. Damit ergänzt es die Arbeit der Genbank Kostrzyca, einer staatlichen Einrichtung, die untrennbar mit dem Namen Wojciech Fonder (1949-2012), einem langjährigen Direktor des Instituts, verbunden ist.


Die Genbank Kostrzyca
Die Genbank Kostrzyca wurde von Wojciech Fonder, einem engagierten Forstwissenschaftler und Visionär des Naturschutzes, gegründet. Sein Ziel war es, ein modernes Zentrum zu schaffen, das genetische Ressourcen bedrohter Pflanzenarten langfristig sichert. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Genbank zu einer der wichtigsten Einrichtungen dieser Art in Europa.
Die Genbank sammelt, konserviert und archiviert Samen, Gewebe und anderes genetisches Material von Pflanzen, die durch Klimawandel, Krankheiten oder menschliche Eingriffe gefährdet sind. Sie fungiert als „Versicherungspolice“ für die Biodiversität. Das Arboretum ist sein lebendiges Pendant, in dem viele dieser Arten wachsen, beobachtet und wissenschaftlich betreut werden.
Reiche Sammlungen und regionale Besonderheiten
Das Arboretum erfüllt nicht nur Schutz-, sondern auch Bildungs- und Forschungsaufgaben. Zu den wichtigsten Sammlungen gehören: Rhododendren und Azaleen, Flieder, Birken, Eichen, Ahorne, Linden, Tannen, Magnolien und Fichten.
Besonders sehenswert ist die umfangreiche Sammlung von Heil- und Kräuterpflanzen, die an die lange Kräutertradition der Region anknüpft. Ein weiterer Schwerpunkt sind Gebirgspflanzen, die typisch für das Riesengebirge sind und dem Arboretum seinen unverwechselbaren regionalen Charakter verleihen.
Auf dem Gelände des Arboretums verlaufen zahlreiche Wege, die zu entspannten Spaziergängen einladen. Entlang der Pfade stehen anschauliche Informationstafeln, die die Vielfalt der regionalen Natur erklären. Für Familien mit Kindern gibt es einige interessant gestaltete Lernstationen. Dort können sie spielerisch Vogel- und Baumarten entdecken.


Lage und Besucherinformationen
Das Arboretum in Kostrzyca (Quirl) liegt malerisch eingebettet am Fuße des Riesengebirges im Hirschberger Tal. Wenn man von Jelenia Góra (Hirschberg) in Richtung Karpacz (Krummhübel) fährt (die Straße DK 366), biegt man in Mysłakowice (Erdmannsdorf) links nach Kostrzyca ab. Die Ortschaft ist gut ausgeschildert. Die Straße führt direkt zum Arboretum und zur Genbank. Der Parkplatz ist kostenlos. Der Eintritt ist frei, an Werktagen ist das Gelände von 8 bis 16 Uhr geöffnet.
Text und Fotos: Iza Liwacz
