Alles über Optik und Licht in Liegnitz erfahren

Im Witelon-Zentrum in Liegnitz (Legnica) ist eine faszinierende Reise durch 800 Jahre Lichtphysik zu erleben

Auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern sind 50 moderne Installationen versammelt.

Das Wissenschaftszentrum Centrum Witelona (Witelon-Centrum) in Liegnitz (Legnica) hat ein genau definiertes Profil. Es soll auf moderne und attraktive Weise Themen wie Licht, Optik und Sehen näherbringen. Warum wurde gerade dieses Profil gewählt? Es steht in direktem Zusammenhang mit der Figur des Witelon, einem mit Liegnitz verbundenen Wissenschaftler aus dem 13. Jahrhundert. Er war der Sohn einer Polin und eines Emigranten aus Thüringen. In seiner wissenschaftlichen Arbeit spezialisierte er sich, wie wir heute sagen würden, auf Optik. Er verfasste eine Abhandlung zu diesem Thema, die für Wissenschaftler in den folgenden Jahrhunderten eine wichtige Quelle war. Von den Errungenschaften Witelons profitierten unter anderem Nikolaus Kopernikus, Leonardo da Vinci und Johannes Kepler. An den niederschlesischen Gelehrten erinnert sogar einer der Krater auf dem Mond (Vitello).

Alles ist zu sehen

Die Hauptausstellung im Witelon-Zentrum trägt den Titel: „Auge. Perspektive der Zukunft” („OKO. Perspektywa Przyszłości”). Sie umfasst fast 50 verschiedene, wissenschaftliche, interaktive Installationen aus den Bereichen Optik, Bilddetektion und Physik im Allgemeinen. Hier kann man sehen, wie das menschliche Auge aufgebaut ist und wie es „funktioniert”, und zwar von innen – man kann sogar in das große Modell hineingehen. Man kann auch verstehen, wie verschiedene Tiere die Welt sehen (eine faszinierende Erfahrung, insbesondere für Kinder), wie sich Licht aufspaltet, wie Trugbilder und Illusionen mit Hilfe von Licht entstehen, wie ein Periskop funktioniert usw.

Es ist eine Art Labor, das das Wissen über Optik und Physik von den Zeiten und Theorien von Witelon bis zur modernen Wissenschaft und den neuesten Technologien nutzt. Es handelt sich also um eine Reise durch etwa 800 Jahre Wissenschaft. Die Ausstellung umfasst insgesamt 1000 Quadratmeter. Alle hier versammelten Installationen wurden speziell für das Witelon-Zentrum angefertigt. Wer alles besichtigen möchte, sollte 2-3 Stunden einplanen.

Ein bedeutendes Gebäude mit Geschichte und neuer Funktion

Das Witelon-Zentrum entstand im Gebäude des ehemaligen Schießhauses, das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Nach dem Ausbau befanden sich dort auch eine Orangerie und ein Palmenhaus. Das Objekt spielte die Rolle eines Unterhaltungszentrums im Stadtpark. Seit 1928, nach einer gründlichen Umgestaltung, diente es als städtisches Konzerthaus.

Nach 1945 wurde das Gebäude zusammen mit dem gesamten Stadtpark von der Roten Armee übernommen, die das Gelände erst 1956 zurückgab, wobei das Gebäude selbst – damals als Sommertheater bezeichnet – erst 1993 an die Stadt zurückgegeben wurde. Bis 2009 befand sich dort eine Diskothek. Im Jahr 2018 kam die Idee, an dieser Stelle ein Wissenschaftszentrum zu errichten. Die Stadt führte eine umfassende Renovierung des Gebäudes durch und restaurierte alle historischen Elemente. Die Bauarbeiten und anschließend die Einrichtung der Ausstellung dauerten mehrere Jahre. Das Witelon-Zentrum wurde 2025 eröffnet.

Es ist ein weiteres thematisches Wissenschaftszentrum in Niederschlesien. Das bekannteste ist Hydropolis in Breslau (Wrocław), in dem Wasser im Mittelpunkt steht. In Hirschberg (Jelenia Góra) gibt es das Natur- und Bildungszentrum des Riesengebirge-Nationalparks (Karkonoski Park Narodowy) im Schloss Hermsdorf (Pałac Sobieszów), das Mineralien und die Natur des Riesengebirges präsentiert. Ein weiteres, wenn auch eher musealer Natur, ist die Alte Grube (Stara Kopalnia) in Waldenburg (Wałbrzych), die den Bergbau zeigt.

Text und Fotos: Sławomir Szymański