Mein Europa – Meine Europäer: Junge Multiplikatoren im Dialog

Studierende aus Deutschland, Frankreich, Polen und Tschechien setzten sich eingehend mit Schlesien und weiteren europäischen Grenzregionen auseinander

Bericht von einem beeindruckenden Seminar in Haus Schlesien.

Vom 16. bis 22. November 2025 versammelten sich rund 30 Studierende aus Deutschland, Frankreich, Polen und Tschechien im HAUS SCHLESIEN in Königswinter-Heisterbacherrott. In dieser intensiven Studienwoche setzten sie sich eingehend mit Schlesien und weiteren europäischen Grenzregionen auseinander. Dabei entdeckten sie nicht nur den vielfältigen kulturellen Reichtum dieser Regionen, sondern hinterfragten auch ihre eigenen Vorstellungen von den Gegensätzen „Ost“ und „West“.

Gruppenfoto im Europäischen Parlament in Brüssel, Foto: Büro Axel Voss MdEP

Dieses Projekt verfolgte das Ziel, den Teilnehmenden ein feines Gespür für ein gemeinsames Europa zu vermitteln, indem Regionen wie Schlesien, das Rheinland und Ostbelgien als Brückenlandschaften sichtbar gemacht wurden. Diese Orte verbinden unterschiedliche Sprachen, Traditionen und Erinnerungen. Die Studierenden wurden als junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren befähigt, den Dialog zwischen Deutschland, Frankreich, Polen und Tschechien sowie die Idee der europäischen Einheit in Vielfalt weiterzutragen.

Das Seminar setzte sich aus drei wesentlichen Elementen zusammen: Vorträge, Workshops und Exkursionen. Die begleitenden Dozenten der Partneruniversitäten verstanden es hervorragend, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedene Perspektiven auf ein vereintes Europa nahezubringen. So konnte ein tiefes Verständnis für die Bedeutung und die Herausforderungen europäischer Integration entwickelt werden. Besonders die europäischen Grenzregionen wurden als Räume mit großem Potenzial als Brücken zwischen den europäischen Völkern dargestellt. Deshalb unternahmen die Teilnehmenden Exkursionen, unter anderem nach Eupen ins Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft und in die Europastadt Aachen, die im Dreiländereck der Niederlande, Belgiens und Deutschlands liegt. Diese Besuche ermöglichten nicht nur theoretisches Wissen, sondern boten konkrete Begegnungen vor Ort, die das Verständnis für die europäische Verständigung unmittelbar erfahrbar machten.

Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis war der Besuch im Europäischen Parlament in Brüssel, wo die Gruppe mit dem Europaabgeordneten Axel Voss zusammentraf. In einer lebhaften Diskussion wurden aktuelle europapolitische Themen sowie die Zukunft der Europäischen Union erörtert. Dieser Austausch erwies sich als inspirierend, insbesondere im Hinblick auf Fragen von Herkunft, Identität und den Herausforderungen, denen der Kontinent heute gegenübersteht. Die Diskussionen wurden mit viel Engagement bis in die späten Abendstunden fortgeführt. Am Ende des Seminars waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass persönliche Begegnungen zwischen jungen Europäern von unschätzbarem Wert sind. Politische Initiativen, wichtige Publikationen oder Ausstellungen seien zwar bedeutsam, doch nichts könne den direkten, persönlichen Dialog und das Face-to-Face-Gespräch ersetzen, wenn es darum geht, echtes Verständnis und Verbundenheit zu schaffen.

Organisiert wurde das Seminar vom Dokumentations- und Informationszentrum im HAUS SCHLESIEN in enger Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Universität Opava/Troppau, dem Germanistischen Institut der Universität Paul-Valéry Montpellier und dem Germanistischen Institut der Universität Wrocław/Breslau. Die Finanzierung erfolgte durch das Bundesministerium des Innern sowie die NRW-Landesinitiative Europa-Schecks des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Weitere Fördermittel stellten die Deutsch-Polnische Gesellschaft der Universität Wrocław/Breslau und die Erika Simon-Stiftung bereit. Dieses breit gefächerte Zusammenspiel von Organisation und Förderung machte die intensive und vielfältige Studienwoche erst möglich. Ihre Wirkung wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als wertvoller Impuls für die europäische Verständigung und das Miteinander nachhaltig geschätzt.

Ein Bericht von Adam Wojtala

Kontakt und INFORMATION

HAUS SCHLESIEN – Dokumentations- und Informationszentrum
Dollendorfer Straße 412, 53639 Königswinter
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