Ende April bestätigte der Nationalpark Riesengebirge das Vorhaben, Giersdorfer Teiche zu erwerben
Das Ziel ist der Schutz dieser historischen Anlage.
Seit geraumer Zeit war zu hören, dass der Nationalpark Riesengebirge (Karkonoski Park Narodowy) am Erwerb der Giersdorfer Teiche interessiert sei. Die Information wurde am 21. April während der Sitzung des Wissenschaftsrates des Nationalparks offiziell bestätigt.
Naturjuwel mit jahrhundertelanger Geschichte
Die Giersdorfer Teiche liegen am Rand von Giersdorf (Podgórzyn), unweit des Kurortes Bad Warmbrunn (Cieplice Śląskie-Zdrój). Sie wurden im 15. Jahrhundert von Zisterziensern aus Bad Warmbrunn angelegt und im 18. Jahrhundert – damals im Besitz der Familie Schaffgotsch – erheblich erweitert. In ihrer Blütezeit umfasste die Anlage 67 Fischteiche. Das war der größte Komplex dieser Art im gesamten Sudetengebiet. Heute besteht das Gelände aus 22 Teichen und befindet sich weiterhin in Privatbesitz.
Anfang des 20. Jahrhunderts führte sogar eine Straßenbahnlinie über den Damm zwischen den Teichen – von Bad Warmbrunn nach Giersdorf. Heute erinnert ein historischer Straßenbahnwagen an diese Zeit. Er steht an der Straße von Hirschberg (Jelenia Góra) nach Hain (Przesieka).

Ein Panorama, das verzaubert
Die Giersdorfer Teiche sind nicht nur ein bedeutendes Naturbiotop, sondern auch ein Ort, an dem sich Hirschberger Bewohner und Touristen gern erholen. Spaziergänger, Radfahrer und Familien kommen regelmäßig hierher – über Wege, die direkt aus dem Stadtzentrum von Bad Warmbrunn führen.
Bis vor kurzem war am Ufer eine beliebte Fischrestaurant in Betrieb, berühmt für Karpfen, Forellen und Fischsuppe. Im Sommer wurde auf der Terrasse serviert – mit einem der schönsten Ausblicke auf das Riesengebirge. Auch das Panorama über den Teichen gilt als eine der schönsten in der Region.

Ein Verkaufsangebot, das die Region elektrisierte
Der rund 120 Hektar große Komplex, davon etwa 100 Hektar Wasserfläche, wurde im vergangenen Jahr für 49,9 Millionen Złoty zum Verkauf angeboten. Die Aussicht, dass ein privater Investor das Gelände erwerben und bebauen könnte, löste große Besorgnis aus. Eine Bürgerpetition forderte den Schutz des Gebiets und warnte vor der Gefahr, dass wertvolle Lebensräume zerstört und das Landschaftsbild unwiederbringlich verändert würden. Die Petition trug maßgeblich dazu bei, dass der Nationalpark aktiv wurde.

Finanzierung gesichert
Obwohl die endgültige Kaufsumme nicht öffentlich bekannt ist, steht fest, dass der Nationalpark Riesengebirge die notwendigen Mittel aus einer polnisch‑kanadischen Stiftung erhalten hat. Die Leitung des Nationalparks betont, dass der Erwerb ohne diese Unterstützung nicht möglich gewesen wäre.
Der Kaufvertrag ist noch nicht unterzeichnet, da der Staatliche Forstbetrieb (Lasy Państwowe) ein gesetzliches Vorkaufsrecht besitzen. Es gilt jedoch als sicher, dass sie den Erwerb durch den Nationalpark nicht verhindern werden.
Diskutiert werden bereits Pläne für eine sinnvolle Erschließung: Beobachtungsstege, Naturpfade, Plattformen für Vogelbeobachtung (birdwatching), sowie die mögliche Wiedereröffnung des Fischrestaurants.
Mit dem geplanten Kauf würde der Nationalpark Riesengebirge seine Fläche um mehr als 120 Hektar erweitern. Das wäre eine der größten Gebietserweiterungen in seiner Geschichte. Anders als frühere Versuche, die auf Widerstand stießen, wird dieses Vorhaben breit unterstützt – von Gemeinden, Bewohnern und Naturschützern gleichermaßen.
Text und Bilder: Iza Liwacz
Quelle: Nowiny Jeleniogorskie
