Bildvortrag über Bedeutung, Potential und Kontroversen um deutsche Inschriften in Breslau
Maciej Wlazło alias „Beard of Breslau“ zu Gast in Görlitz.
Das Kulturreferat für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz lädt am 3. September 2026 zum Bildvortrag Wie viel Breslau ist noch in Wrocław? Bedeutung, Potential und Kontroversen um deutsche Inschriften in Breslau von Maciej Wlazło ein.
Trotz des fast vollständigen Bevölkerungswechsels infolge des Zweiten Weltkrieges ist der Geist der alten Stadt Breslau im Gefüge der heutigen Stadt Wrocław nach wie vor präsent. Spuren der deutschen Stadt vor 1945 zeigen sich am deutlichsten in Inschriften – freigelegt unter Putz, versteckt in Torbögen, an Fassaden von Mietshäusern, auf Schildern oder Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Jede Inschrift ist nicht nur ein Zeugnis der Vergangenheit, sondern auch ein Brennpunkt, der Emotionen, Diskussionen und manchmal auch Kontroversen darüber weckt, wie die Geschichte der Stadt und ihrer Einwohner erzählt werden sollte.
In diesem Vortrag wird beleuchtet, wie und warum historische Inschriften die einen faszinieren, die anderen irritieren und wieder andere inspirieren. Es wird darüber nachgedacht, was sie uns über die früheren Bewohner, über die Veränderungen des städtischen Raums und über die Kontinuität der Erinnerung verraten. Thematisiert werden auch ihr touristisches Potenzial und ihre Rolle bei der Gestaltung der Identität einer Stadt, die seit acht Jahrzehnten im Dialog zwischen Breslau und Wrocław steht.


Maciej Wlazło ist Stadtführer und Aktivist in Breslau. In den sozialen Medien als „Beard of Breslau“ bekannt, beschreibt er und kommentiert den Zustand des nach dem Krieg in Breslau und in Niederschlesien verbliebenen deutschen Kulturerbes und stellt historische Kuriositäten rund um die Stadt und die Region vor. In Vorträgen, Lesungen und Stadtrundgängen vermittelt er Wissen über die weniger bekannten Seiten von Breslau.
Der Vortrag findet im Begleitprogramm zur Ausstellung „Zeichen der Zeit. Deutsche Inschriften in Schlesien“ (noch bis zum 1. November 2026 im Schlesischen Museum zu sehen) statt. Sie wird gefördert durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und die Erika-Simon-Stiftung.
Termin

Zur Ausstellung
Die Schau „Zeichen der Zeit“ macht deutlich, dass man an sehr vielen Orten Nieder- und Oberschlesiens historische deutsche Schriftzüge findet. Sie sind Relikte der deutschen Vergangenheit der Region, die nach 1945 ausradiert werden sollte. Heute sind diese Inschriften Anlass zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Kulturerbe. Immer häufiger werden sie als schutzwürdige Elemente betrachtet und sogar wieder sichtbar gemacht.
Weitere Infos zum Projekt „Zeichen der Zeit“ finden Sie hier.
Text: Agnieszka Bormann, Kulturreferat für Schlesien
