Schlesien, Schönhof und Schnee

Eine Vielfalt an Veranstaltungen und eine neue Ausstellung im Schlesischen Museum zu Görlitz

Das Museum und das Kulturreferat für Schlesien veröffentlichten ihr Veranstaltungsprogramm für das 4. Quartal 2026.

Wer das Museumsfest am 13. September 2026 miterlebt hat, konnte sicher interessante und unterhaltsame Stunden im Schönhof erleben. 3.500 Gäste wurden an diesem Tag bei den vielfältigen Attraktionen gezählt. Für das vierte Quartal ist ein abwechslungsreiches Programm geplant.

Noch bis zum 1. November ist Ausstellung „Zeichen der Zeit. Deutsche Inschriften in Schlesien“ zu sehen. Der Kurator Dawid Smolorz wird am 25. Oktober, um 11 Uhr, noch einmal durch die Fotoausstellung führen, die historische deutsche Schriftzüge im Straßenbild nieder- und oberschlesischer Orte dokumentiert.

Am letzten Tag der Ausstellung, am 1. November um 11 Uhr, wird „Nova Silesia“ präsentiert, die filmische Reise durch Ober- und Niederschlesien von Ronald Urbanczyk. Der Regisseur ist bei dem Film-Matinee dabei. In 60 Minuten zeigt der Film mit eindrucksvollen Bildern das moderne, dynamische, sich verändernde Schlesien im Strukturwandel; eine Region, die auch einen neuen Umgang mit dem deutschen Kulturerbe – so auch mit den historischen deutschen Inschriften – pflegt.

Dann ziehen Bilder vom Riesengebirge in den Ausstellungssaal ein. Am 26. November, um 18 Uhr, eröffnet die Kunstausstellung „Schneezauber. Friedrich Iwan (1889–1967) und das Riesengebirge“. Die Schau entstand in Kooperation mit dem Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze (Riesengebirgsmuseum Hirschberg). Hauptmotiv der präsentierten Grafiken, Aquarelle und Ölbilder ist die Landschaft im Schnee. Nicht nur im Winter, sondern oft auch bis weit in die Frühlingswochen hinein liegt im Gebirge der Schnee. So ist die Ausstellung bis zum 4. April 2027 zu sehen.

Friedrich Iwan: Riesengrund – Blick von der tschechischen Seite auf die Schneekoppe, 1920er Jahre, MJG AH 7993, Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze 

Außerdem lädt das Museum weiterhin in die Jubiläumsausstellung „Wir sind SCHÖNHOF!“ ein. Bis zum 14. Februar 2027 haben Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit, die Geschichte des 500 Jahre alten Schönhofes kennenzulernen und die Entwicklung des Schlesischen Museum nachzuvollziehen. Über 100 Fotos und ein fünfminütiger unterhaltsamer Animationsfilm vermitteln Eindrücke von den Veränderungen in dem wertvollen Renaissancehaus. Besonders interessant sind auch die Film- und Hörstationen, denn hier kommen Zeitzeug*innen und Expert*innen zu Wort.    

Animationsfilm zur Geschichte des Schönhofes. Foto: SMG 

Am Samstag, dem 17. Oktober, werden die Leistungen der Restauratoren und Handwerker im Schönhof während eines Gesprächsnachmittags thematisiert. Ab 15 Uhr berichten die Restauratorin Lydia Wiedemann und der ehemalige Zimmerer Michael Gähler über ihre Arbeit bei der Sanierung des Schönhofes zwischen 1995 und 2005. Ihre Schilderungen werden beeindruckende Details von den Herausforderungen und den Leistungen auf der damaligen Baustelle Schönhof umfassen.

Baustelle Schönhof 2001. Foto: Stekovics

Am Freitag, dem 23. Oktober, 18 Uhr, stellt Dr. Markus Bauer bei freiem Eintritt die Erika-Simon-Stiftung und ihre Projekte des letzten drei Jahrzehnte vor. Dabei wird auch das Buch von Marc Olivier Rühle „Brücken der Zeit in Schlesien. Erika-Simon-Stiftung 1993-2026“ vorgestellt.

Am Freitag, dem 30. Oktober, 18 Uhr, spricht Friederike Koch-Heinrichs, Leiterin des Museums der Westlausitz in Kamenz, über Aberglauben und Magie in früheren Jahrhunderten. Der Vortrag ist inspiriert von der Frage, warum so viele Fabelwesen und fratzenhafte Gesichter an der Fassade des Schönhofes zu sehen sind.

Fassadenzier am Schönhof. Foto: SMG

Um die Kunst des Restaurierens geht es auch am Donnerstag, dem 3. Dezember, ab 18 Uhr. Dann ist die Gemälde-Restauratorin Franziska Wosnitza zu Gast und stellt die Arbeitsschritte bei der Rettung von stark beschädigten Gemälden dar.

2026 ist das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen – TACHELES. Aus diesem Anlass findet am Donnerstag, dem 12. November, 18 Uhr, ein Vortrag von Dr. Markus Bauer über die Görlitzer Juden im Mittelalter statt.

In Programmübersicht stehen Vorträge, Führungen und auch die Termine für die beliebten Schatzkammerkonzerte, die vom Verein Philmehr! – Philharmonische Brücken e. V. initiiert werden.

Text: Dr. Martina Pietsch, Schlesisches Museum zu Görlitz