Wertvolle Skulpturengruppe in Bunzlau/ Bolesławiec saniert

„Lasset die Kindlein zu mir kommen“ von Peter Breuer erstrahlt im neuen Glanz

Der Name und der Standort der Skulpturengruppe weichen heute von Original ab.

Anfang des Jahres 2021 wurden Konservierungsarbeiten an einer der wertvollsten Skulpturengruppen in Bunzlau/ Bolesławiec abgeschlossen. Die heutzutage unter dem Namen “Jesus, der Freund der Kinder” bekannte, von Peter Breuer entworfene und 1902 angefertigte Denkmal war ein Geschenk des Kaisers Wilhelms II. an das Königliche Waisenhaus in Bunzlau anlässlich des 150-jährigen Gründungsjubiläums dieser renommierten schlesischen Bildungseinrichtung.

Peter Breuer (1856-1930), Professor und Mitglied des Senats der Akademie der Künste in Berlin, war vor allem für seine großen, monumentalen Werke bekannt, wie das Bismarck-Denkmal in  Breslau/ Wrocław oder das Denkmal für Kaiser Wilhelm in Köln. Der Bildhauer vertrat die als “naturalistischer Barock” bezeichnete Richtung und seine Werke waren ein Beispiel für ein perfektes Studium der Natur, das geschickt mit einer gewissen Dekorativität verbunden wurde. Den Standort für seine Bunzlauer Skulptur wählte der Künstler selbst aus. Sie stand im Hof des sog. “Alten Hauses”, das in den Jahren 1755-1764 vom Gründer des Königlichen Waisenhauses Gottfried Zahn erbaut wurde.

Die Skulpturengruppe stellt Christus dar, der sich um die an ihn gesammelten Kinder kümmert: einen kleinen Jungen und ein junges Mädchen, das ein Baby im Arm hält. Das gewählte Thema symbolisierte die Bedeutung der Arbeit des Königlichen Waisenhauses. Das übernatürlich große Monument aus Carrara-Marmor wurde auf einem hohen Sockel in der Achse des Gebäudes platziert. Ende der 1960er Jahre wurde es von den kommunistischen Machthabern aus dem Stadtzentrum entsorgt und auf den städtischen Friedhof in der Śluzowa-Straße verlegt. Seit März 1998 steht es auf dem Schlossplatz (Plac Zamkowy). Nun erstrahlt das sanierte Denkmal im neuen, edlen Glanz und ist aus dem Stadtzentrum nicht mehr wegzudenken.

Text: Agnieszka Bormann
Quelle: Muzeum Ceramiki w Bolesławcu