Die letzten Bergwerke von Beuthen (Bytom) und Hindenburg (Zabrze) wurden geschlossen
In zwei oberschlesischen Großstädten, die seit mehr als anderthalb Jahrhunderten unzertrennlich mit dem Bergbau verbunden waren, ist Kohleförderung nun Geschichte.
Seit mehr als anderthalb Jahrhunderten waren Beuthen (Bytom) und Hindenburg (Zabrze) unzertrennlich mit dem Bergbau verbunden. In Hindenburg waren die Verflechtungen noch viel stärker als bei Beuthen. Denn ohne Bergbau wäre diese heute etwa 150.000 Einwohner zählende Stadt in ihrer jetzigen Form wahrscheinlich nie entstanden. Sie entwickelte sich doch aus mehreren Industrieorten und galt bis zur offiziellen Stadtwerdung 1922 als größtes Dorf Europas.

Noch in den 1970er Jahren gab es in Hindenburg sechs aktive Bergwerke. Nachdem einige von ihnen zusammengeschlossen worden waren, existierten beim Fall des Kommunismus 1989 dort noch drei große Steinkohlengruben. Zwar wurde die letzte von ihnen („Makoszowy“, früher „Delbrückschächte“) schon 2016 stillgelegt, doch blieb das im Jahr 2002 auf dem Gelände der früheren Zeche „Pstrowski“ (ursprünglich „Hedwigswunsch-Grube“) eröffnete erste private Bergwerk Polens „Siltech“ bis Anfang dieses Jahres in Betrieb. Grund für seine Schließung war nicht die fehlende Rentabilität, sondern die Erschöpfung der Lagerstätten.

Interessant waren die Entstehungshintergründe von „Siltech“. Als im Jahr 2000 die endgültige Stilllegung der Grube „Pstrowski“ beschlossen wurde, wollte ein großer Teil der Belegschaft, auch der damalige Werkdirektor, diese Entscheidung nicht akzeptieren. Vor allem, weil noch ertragreiche Lagerstätten vorhanden waren. Aus dieser Unzufriedenheit entstand die später verwirklichte Idee, eine private Zeche zu eröffnen.

Ende 2025 wurde auch im Beuthener Bergwerk „Bobrek“ (früher „Johanna-Grube“) die letzte Tonne Steinkohle zu Tage gefördert. Mit der Stilllegung dieses über 100 Jahre alten Betriebs endet die Geschichte des Bergbaus in einer Stadt, die einst zu den größten Zentren der Montanindustrie in Oberschlesien zählte. Die fünf Bergwerke, die es noch in den frühen 1990er Jahren in Beuthen gegeben hatte, wurden im Zuge der Umstrukturierung zu Grubenverbunden zusammengeschlossen und danach allmählich stillgelegt.
Zur Zeit gibt es in Oberschlesien noch 13 aktive Bergwerke.
Text: Dawid Smolorz
