Das Edith-Stein-Jahr in Wrocław (Breslau) offiziell eröffnet

An der Konferenz im Edith-Stein-Haus haben der stellv. Kulturminister und Stadtpräsident von Wrocław teilgenommen

Die Idee, das Logo und Programm der Feierlichkeiten wurden vorgestellt.

Im Edith-Stein-Haus (heute Sitz der Edith-Stein-Gesellschaft) in der ul. Nowowiejska 38 in Wrocław (Breslau) wurde am 28. Januar 2022 eine Pressekonferenz organisiert, an der u.a. Jarosław Sellin, polnischer stellvertretender Minister für Kultur und Nationales Erbe teilnahm. Während der Konferenz wurde symbolisch das Edith-Stein-Jahr eröffnet.

Voriges Jahr wurde der 130. Geburtstag von Edith Stein begangen. In diesem Jahr wird an den 80. Todestag der berühmten Breslauerin, Jüdin, Philosophin, Heiligen der römisch-katholischen Kirche und Schutzpatronin Europas erinnert. Deshalb hat sich der Breslauer Rat entschieden, dieses Jahr – das Jahr 2022 – zum Edith-Stein-Jahr zu ernennen. Die Entscheidung wurde von den Stadtrat-Mitgliedern einstimmig getroffen, was vom Stadtpräsidenten Jacek Sutryk auf der Konferenz unterstrichen wurde.

Zuerst haben die Gäste: Jarosław Sellin – stellv. Minister für Kultur und Nationales Erbe, Jacek Sutryk – Stadtpräsident von Wrocław, Sergiusz Kmiecik – Vorsitzender des Stadtrates, Pfarrer Jerzy Witek – Vorsitzender der Edith-Stein-Gesellschaft und Marek Mutor – Direktor des historischen Zentrums „Zajezdnia“ und zugleich Koordinator der Feierlichkeiten – das offizielle Logo des Edith-Stein-Jahres enthüllt. Dann wurde über das Leben und Wirken der Edith-Stein gesprochen: „Ich bin davon überzeugt, dass die Feierlichkeiten des Edith-Stein-Jahres diesen besonderen Ort, an dem wir uns befinden, beleben und den Bürgern und den Touristen, die diese schöne Stadt besuchen, das Denken und das Vermächtnis dieser großen Philosophin näher bringen werden. Möge dieses Jahr eine Gelegenheit sein, sowohl Edith Stein – die Heilige Theresia Benedicta vom Kreuz – als auch das, was sie uns hinterlassen hat, zu entdecken und besser kennenzulernen“ – sagte der Minister Jarosław Sellin.

Der Stadtpräsident Jacek Sutryk und der Stellvertreter des Stadtrates unterstrichen, dass die Feierlichkeiten nicht nur für die Stadt selbst, sondern auch für die ganze europäische Gemeinschaft wichtig sind. Wrocław schaut mutig in die Zukunft, es ist aber auch eine Stadt, die für einen Moment anhalten kann und auf die schwierige Geschichte zurückblicken kann. Das Edith-Stein-Jahr bildet die Gelegenheit, an die dramatische Geschichte von Breslau, Europa und den Holocaust zu erinnern. „Inspiriert durch die Persönlichkeit Edith Steins wollen wir den Dialog zwischen den Nationen und Religionen entwickeln und das multikulturelle Erbe Europas fördern sowie das Image von Wrocław stärken. Nach dem Grundsatz von Edith Stein, dass man andere nur auf dem Weg führen kann, den man selbst geht – sagte Stellvertreter des Stadtrates.

Das Programm des Edith-Stein-Jahres beinhaltet zwei internationale Konferenzen, Ausflüge auf den Spuren von Edith Stein, die in die Gebärdensprache übersetzt werden, thematische Treffen und den sog. Musiksalon in dem Edith-Stein-Haus, eine Freilichtausstellung und eine Reihe populärwissenschaftlicher Texten. Man kann auch eigene Ideen anmelden: rokedytystein@zajezdnia.org, biuro@edytastein.org.pl

Auch das Nationale Musikforum (NFM – die neue Breslauer Philharmonie) hat sich mit dem Projekt „Der Stern Europas“ an die Feierlichkeiten angeschlossen. Acht Konzerte werden an acht verschiedenen Orten, die mit dem Leben von Edith Stein verbunden waren, veranstaltet. Sie finden in vier polnischen Städten: Lubliniec, Gliwice, Wrocław und Oświęcim (Auschwitz) sowie an vier ausländischen Orten, u.a. in Paris in der Saint-Germain-des-Prés-Kirche, in der die Büste der Edith-Stein steht und in Echt in Holland statt.

„Wir werden Edith Stein auf ihrem Lebensweg begleiten. Wir machen mit ihr auch den letzten symbolischen Weg: von Echt über Breslau, wo sie in dem Transport das letzte Mal gesehen wurde bis in das KZ-Lager Auschwitz-Birkenau. Das Konzertprogramm basiert auf Texten des Alten Testaments, die für Christen und Juden gemeinsam sind. Das Konzert in Wrocław findet am 8. August im Hauptbahnhof statt. Wir haben uns für so einen ungewöhnlichen Ort entschieden, weil wir das zufällige Publikum, also die Reisenden ansprechen wollen und sie vielleicht zur Reflexion anregen“ – sagte Andrzej Kosendiak, Direktor des Nationalen Musikforums.

Text und Fotos: Małgorzata Urlich-Kornacka