Buchpremiere: “Jenseits des Vergänglichen. Geschichten von Grünberg und seinem Wein” von Krzysztof Fedorowicz

Autorengespräch am 24.06.2022 im Schlesischen Museum zu Görlitz im Rahmen von COOLINARIA 2022

Das Buch ist im Görlitzer Senfkorn Verlag erschienen.

Das Buch “Zaświaty” von Krzysztof Fedorowicz über Grünberg in Schlesien (heute Zielona Góra) und seinen Wein wurde im vergangenen Jahr in Polen zu einem Bestseller. Nun ist das Buch in der deutschen Übersetzung von Hans Gregor Njemz im Görlitzer Senfkorn Verlag erschienen, so dass auch das deutschsprachige Publikum in den Lesegenuss kommen kann. Nachdem die erste öffentliche Lesung (aus dem unveröffentlichten Manuskript) bereits im April den Gästen des Schlesischen Nachtlesens angeboten wurde, wird die Buchpremiere am 24. Juni 2022 um 17 Uhr im Schlesischen Museum zu Görlitz stattfinden.

Der Buchautor und Winzer Krzysztof Fedorowicz. Fot. Studio W66.

Der Autor Krzysztof Fedorowicz (Jahrgang 1970) ist Winzer, Journalist, Dichter und Buchautor – und leidenschaftlicher Regionalforscher. Seit fast 20 Jahren führt er das Weingut Winnica Miłosz in Loos (Łaz), etwa 15 Kilometer östlich von Zielona Góra. Sein Buch „Zaświaty“ (dt. Jenseits, Verlag Wydawnictwo Wysoki Zamek, Kraków 2020) hat es bis ins Finale des wichtigsten polnischen Literaturpreisen NIKE geschafft und wurde somit eins der fünf besten Bücher des Jahres 2020.

In „Jenseits des Vergänglichen“ wird die Geschichte der Weinstadt Grünberg zum Fundus literarischer Motive. Durch verschiedene Zeiten führt uns der Winzer August Grempler (1793-1869, berühmt für seinen Sekt, den ersten deutschen Sekt nach der Champagner-Methode produziert), der im pandemischen Jahr 2020 beschließt, die Grünberger Winzer und ihre Geschichten aus dem Jenseits ins Heute zu bringen. Poetisch, bildhaft, aber auch informativ werden hier wahre Begebenheiten in die fiktiven Erzählstränge integriert.

Das Weingut Winnica Miłosz von Krzysztof Fedorowicz in Łaz (Loos) bei Zielona Góra.

Zu literarischen Stoffen wurden außer dem Weinbau noch weitere wichtige Themen aus der Geschichte der Stadt Grünberg verarbeitet wie z.B. die Pestseuchen, die sog. Hexenprozesse oder die Auswanderung der Altlutheraner aus der Grenzregion Schlesien-Brandenburg-Großpolen nach Südaustralien Mitte des 19. Jahrhunderts. Da sich unter ihnen auch Winzer fanden, lebt die Grünberger Weintradition bis heute in Barossa Valley, dem bekanntesten Weinbaugebiet Australiens.

Eine der bekanntesten und markantesten Weinkeller der Stadt Grünberg wurde 1786 von Johann Jeremias Seydel gebaut und wird heute von Krzysztof Fedorowicz gepachtet. Hier lagert er seine Weine, empfängt Besucher, organisiert Weinverkostungen. In dem Keller wird auch sein Grempler-Sekt produziert, der hier perfekte Bedingungen für die Reifung hat. Mit dem Namen bezieht er sich an den ersten deutschen Sekt überhaupt, der in Grünberg ab 1824 von der Firma Grempler & Co. nach der Champagner-Methode mit großem Erfolg produziert wurde.

Krzysztof Fedorowicz gelingt es mit diesem Buch, spannend und anregend ein schlesisches “Atlantis” dem Vergessen zu entreißen. Zwar wird diese nordschlesische Region auch durch die Renaissance des Grünberger Weins in Polen schon stärker wahrgenommen, aber in Deutschland erst sehr langsam. Auch vor dem Hintergrund erscheint im Jubiläumsjahr „800 Jahre Grünberg“ dieses Buch.

Buch:
Krzysztof Fedorowicz: „Jenseits des Vergänglichen. Geschichten von Grünberg und seinem Wein“ (poln. “Zaświaty”, Deutsch von Hans Gregor Njemz), 270 Seiten, Soft-Cover, Preis: 19,90 Euro. Das Buch kann beim Senfkorn Verlag (Brüderstraße 13, 02826 Görlitz, info@senfkornverlag.de, Tel. 03581/402021) erworben oder bestellt werden.

Termin:
24.06.2022, 17:00, Schlesisches Museum zu Görlitz, Eintritt frei
Buchpremiere „Jenseits des Vergänglichen. Geschichten von Grünberg und seinem Wein“. Krzysztof Fedorowicz im Gespräch mit der Kulturreferentin Agnieszka Bormann. Das Autorengespräch findet in deutscher und polnischer Sprache (simultane Übersetzung) im Rahmen von COOLINARIA, dem deutsch-polnischen Wein- und Genussfest statt.

Text: Agnieszka Bormann